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Die Leistenhernie

Was ist ein Leistenbruch?

Beim Menschen gibt es im Leistenbereich einen Kanal innerhalb der Bauchdecke, durch den beim Mann der Samenstrang mit seinen Begleitgefäßen von innen nach außen zieht. Bei der Frau verläuft in diesem Kanal das Halteband der Gebärmutter.
Eine Schwächung des Bindegewebes in der Leistenregion kann zu einer Erweiterung des Leistenkanals führen, mit der Folge, dass das Bauchfell oder sogar Eingeweide von innen nach außen treten können. Allerdings gibt es in der Leistengegend Stellen, die von Natur aus weniger stabil sind. Diese „Sollbruchstellen“ können ebenfalls Ursache eines Leistenbruchs sein. Mit der Zeit wird der Bruch größer und verursacht oftmals Schmerzen.

Wie entsteht ein Leistenbruch?

Es gibt zahlreiche Risikofaktoren für die Entstehung einer Leistenhernie. Männer sind etwa 8mal häufiger als Frauen von der Erkrankung betroffen. Genetische Ursachen, wie angeborene Störungen des Bindegewebestoffwechsels, spielen ebenso eine Rolle wie chronischer Bauchdeckenstress (z.B. chronischer Husten, Prostatavergrößerung). Aber auch eine Belastung der Bauchdecke durch Leistungssport kann einen Leistenbruch begünstigen (Sportlerhernie). Auch das Rauchen hat nachgewiesenermaßen einen negativen Effekt auf die Bindegewebestabilität.

Wie macht sich ein Leistenbruch bemerkbar?

Meist kommt es zuerst zu einer belastungsabhängigen Schwellung unter der Haut, die meist im Liegen wieder verschwindet. Die Schwellung kann, muss aber nicht schmerzhaft sein.

Wie wird ein Leistenbruch diagnostiziert?

Die Diagnose „Leistenbruch“ wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung beider Leistenregionen gestellt. Zusätzlich kann zur Diagnosesicherung eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden.

Muss ein Leistenbruch operiert werden?

Wird die Diagnose eines Leistenbruchs gestellt, wird dem Patienten eine operative Therapie empfohlen. Meist geht der Leistenbruch ja mit Beschwerden einher, die zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen. Wenn allerdings überhaupt keine Symptome bestehen, kann der Leistenbruch auch beobachtet werden. Es wurde allerdings in Studien nachgewiesen, dass sich die meisten Patienten mit einem Leistenbruch früher oder später zu einer Operation entscheiden. Der Leistenbruch kann sich in sehr seltenen Fällen zu einem chirurgischen Notfall entwickeln, wenn es zu einer Einklemmung von Eingeweiden kommt. In diesem Fall muss sofort operiert werden.
Konservative Methoden wie das Tragen von Bruchbändern sollten der Vergangenheit angehören.

Welche Operationsverfahren gibt es?

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Operationsverfahren, die alle das Ziel haben, die Leiste zu verstärken. Prinzipiell kann man einen Leistenbruch über einen Hautschnitt oder in Schlüssellochtechnik operieren. Außer bei sehr kleinen Leistenbrüchen wird heute generell empfohlen ein Kunststoffnetz zu verwenden, um das Bindegewebe der Leiste zu verstärken.


Bei kleinen Leistenbrüchen kann besonders bei jungen Patienten die sog. Shouldice- Operation durchgeführt werden. Hierbei wird über einen 4-5 cm großen Hautschnitt im Bereich der Leiste die Hinterwand des Leistenkanals durch eine spezielle Nahttechnik rekonstruiert und verstärkt.


Bei größeren Brüchen sollte unbedingt ein Netz verwendet werden. Dies kann mittels Hautschnitt auf die Vorderwand des Leistenkanals eingebracht werden (sog. Lichtenstein-Operation).


Bei der minimal invasiven Schlüssellochtechnik wird der Leistenbruch von innen operiert. Der Bruch wird dabei wieder nach innen gestülpt und zur Verstärkung wird zwischen Bauchfell und Bindegewebe der Leiste ein Netz gelegt, das sämtliche Schwachstellen der Leistengegend sicher bedeckt. Durch die hervorragende Übersicht dieser Methode kann die gesamte Leistengegend begutachtet und entsprechend behandelt werden. Ein weiterer Vorteil der Schlüssellochtechnik ist eine sehr zügige Wiederaufnahme der körperlichen Tätigkeit, inklusive sportlicher Aktivitäten.

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?

Sie müssen in der Regel 1-2 Tage in unserer Klinik verbringen.

Auf was muss ich nach meiner Leistenbruchoperation achten?

Ab wann Sie wieder Ihre gewohnten Tätigkeiten aufnehmen können, wird vom Operationsverfahren, aber auch von Ihnen selbst mitbestimmt. Grundsätzlich sind Sie nach einer Operation in Schlüssellochtechnik schneller wieder belastbar als nach einer Operation in offener Technik.

Duschen dürfen Sie 48 h nach dem operativen Eingriff (früher mit Duschpflaster).

Die Leistenregion ist bereits wenige Tage nach dem Eingriff belastungsstabil. Um die innere Wundheilung zu fördern, empfehlen wir jedoch stärkere körperliche Belastungen (Leistungssport) und das Heben größerer Lasten (über 10 KG) bis zum 10. postoperativen Tag zu vermeiden. Wir empfehlen folgende Richtlinien:

Nach 7 Tagen: Leichtes Lauftraining und Radfahren, Schwimmen.

Nach 10 Tagen: Symptomadaptierte Vollbelastung möglich (nach offenen Operationen einige Tage später)

Die Hautnähte lösen sich selbst auf. Es kann sein, dass Sie in den ersten Tagen noch leichte Beschwerden im Bereich der operierten Leiste verspüren. In der Regel werden diese Symptome nach 2 Wochen verschwinden. Falls die Beschwerden darüber hinaus weiterbestehen, sollten Sie unsere Sprechstunde oder Ihren Hausarzt aufsuchen.

Wann muss ich zur ärztlichen Kontrolle in die Sprechstunde?

Während des stationären Aufenthaltes findet die erste Nachuntersuchung und der erste Verbandswechsel statt. Weitere Kontrolluntersuchungen können bei uns oder beim Hausarzt stattfinden.